AB 21. April 2020
About Us. Junge Fotografie aus China

Voraussichtlich ab 21. April 2020 ist unter dem Titel About Us. Junge Fotografie aus China die neue Ausstellung der Alexander Tutsek-Stiftung zu sehen. Die Ausstellung zeigt siebzig Fotografien junger chinesischer Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten zwei Jahren für die Sammlung angekauft wurden. Nach Robert Rauschenbergs westlichem Blick auf China in der letzten Ausstellung zeigen diese Fotografien nun Innenansichten der im Land lebenden Kunstschaffenden.

Ihre Themen kreisen um Selbstwahrnehmung, subjektive Erfahrungen und alltägliche Lebensformen. Sie reichen von der Dokumentation des explosionsartigen sozialen Wandels über die kritische Wahrnehmung der neuen Bedingungen des Lebens in den Metropolen und auf dem Land bis zur Aufmerksamkeit für das verschwindende kulturelle Erbe. Ob in stiller dokumentarisch anmutender Schwarz-Weiß Ästhetik oder als dramatische Inszenierung in Farbe, sie alle erzählen von den Erfahrungen der Kunstschaffenden selbst, „About Us“. Mit Themen wie Erinnerung und Geschichte, Melancholie und Widerstand, Traum und Vision, Körper und Individualität handeln sie von der Suche nach der eigenen Identität. Sie sind Spiegel von Wunschvorstellungen und Ängsten, Isolation und Lebenslust, Neugierde und Depression, von Coolness und Konfusion ihrer Autoren.

Eine neue Generation von Kunstschaffendenhatte in den 1980er und 1990er Jahren nach dem Ende der Kulturrevolution in China einen fundamentalen Wandel der künstlerischen Produktion vollzogen. Nach sozialem Realismus, Ideologie und Propaganda entwickelte sie neue Konzepte, Stile und Techniken. Der Begriff „Experimentelle Fotografie“ versucht, die komplexen und sehr unterschiedlichen experimentellen und konzeptuellen Arbeiten, die seit den 1990er Jahren bis heute entstanden sind, zusammenzufassen. Deren Vielfalt spiegelt sich in der Auswahl der in der Ausstellung repräsentierten Künstlerinnen und Künstlern,von denen einige international renommiert, andere außerhalb Chinas weitgehend unbekannt sind.

Die Ausstellung versteht sich als ein Beitrag zum Diskurs über die gegenwärtige Fotografie in China, einem Land, das zunehmend als wesentliche globale politische und wirtschaftliche Macht in Erscheinung tritt, dessen Bilderwelten im Medium der Fotografie in der westlichen Hemisphäre jedoch wenig bekannt sind. Jene Bilder mit ihren autobiographischen Erzählungen, ihren subjektiven Vorstellungswelten, Gegenentwürfen und Visionen geben einen Einblick in die individuellen komplexen Gefühls- und Erfahrungswelten einer jüngeren Künstlergeneration, die auf der Suche nach ihrer Identität in turbulenten Zeiten die Fotografie in vielfältiger Weise als ihr Medium nutzt.

Mit Arbeiten von Abou, Birdhead, Cai Dongdong, Chen Ronghui, Chen Wei, Gao Mingxi, Jiang Pengyi, Liang Xiu, Ren Hang, RongRong, RongRong & Inri, Wang Ningde, Yang Fudong und Zhang Xiao

Vorschaubild: Chen Ronghui, Freezing Land 30, 2016-2018, Courtesy of the artist & Three Shadows + 3 Gallery