Ausstellung: Frozen-in Tension
„Frozen-in Tension“: Zeitgenössische Skulpturen und Fotografie in München
Spannung und Entspannung, Anspannung und Ruhe – diesem Themenkomplex widmet die Alexander Tutsek-Stiftung in München ihre diesjährige Ausstellung. Unter dem Titel Frozen-in Tension (Eingefrorene Spannung) sind vom 29. April 2010 bis 27. Januar 2011 mehr als 30 Skulpturen aus dem Material Glas wichtiger internationaler Künstlerinnen und Künstler sowie Arbeiten der deutschen Fotografin Jessica Backhaus zu sehen. Der Titel der Ausstellung – ein technischer Begriff aus der Wärmebehandlung – ist mehrschichtig: Er spricht Inhalt und Material der Werke an. Die aus flüssigem heißem Glas gefertigten Skulpturen, jetzt kalt und erstarrt, scheinen auf einen ersten, schnellen Blick in sich zu ruhen. Doch bei längerem oder näherem Betrachten verwandeln sich Ruhe, Gleichmaß, Gelassenheit in subtile Gespanntheit, verstörende Unruhe bis hin zu emotionaler Sprengkraft.
Spannung und Ruhe
Die Ausstellung Frozen-in Tension setzt die unterschiedlichen Positionen verschiedener Künstler in Beziehung. Sie zeigt wie facettenreich die Zustände Spannung und Ruhe in den Arbeiten erlebbar gemacht werden. Die spezifische Auswahl der Exponate lässt den Betrachter die Dialektik von Spannung und Ruhe erfahren – unabhängig von den eigentlichen, ursprünglichen Themen der Arbeiten.
Ein Leben ohne Spannung gibt es nicht. „Wir suchen Spannung und wir brauchen sie“, sagt die Vorsitzende der Alexander Tutsek-Stiftung, Eva-Maria Fahrner-Tutsek. Physikalische Spannungen wie Elektrizität oder mechanische Kraftfelder nutzt jeder tagtäglich. „Psychische Anspannung, die Aktivierung des Nervensystems unterstützt uns bei der Bewältigung vieler Aufgaben. Der zwischenmenschliche Bereich wäre ohne emotionale Spannung leer“ erklärt Eva-Maria Fahrner-Tutsek. Spannung aktiviert unser Leben und macht es aufregender.
Aber Spannung – einerlei, ob physikalisch, physisch, sozial oder ästhetisch – ist Spannung nur dann, wenn ein anderer Zustand Gegenpol ist. Eva-Maria Fahrner-Tutsek: „Ohne Entspannung, Ruhe, Auflösung oder Dissoziation kann es keine Spannung geben.“
Meisterwerke von Libenský und Brychtová
Konzeptioneller Ausgangspunkt der Ausstellung sind zwei bedeutende Skulpturen aus gegossenem Glas des großen tschechischen Künstlerpaars Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová. Libenský und Brychtová gelten in Verbindung mit dem Material Glas als wichtigste Künstler des 20. Jahrhunderts, weil sie unter anderem der Skulptur neue Dimensionen gaben. Berühmt wurden sie durch die Präsentation ihrer Arbeiten bei den Weltausstellungen in Brüssel, Montreal und Osaka aber auch als Lehrer und Förderer vieler Künstlerinnen und Künstler. Ausgehend von ihren Werken zeigt die Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung drei Künstlergenerationen: Von Persönlichkeiten wie Tessa Clegg, Bohumil Eliás, Ales Vasicek, Janusz Walentynowicz und Ann Wolff über die mittlere Generation – repräsentiert durch Künstler wie Josepha Gasch-Muche, Katherine Coleman, Udo Zembok – bis hin zu Arbeiten jüngerer Künstler. Hier sind Jessica Loughlin, Masayo Oda, Wilken Skurk und Studenten mit neuen, viel versprechenden Ansätzen vertreten. Die Ausstellung zeigt weiterhin Neuentdeckungen in der Glasszene wie Bruna Esposito aus Italien oder Sunny Wang aus Hong Kong mit Installationen.
Fotos wie Stillleben: Arbeiten von Jessica Backhaus
Die Fotografien von Jessica Backhaus zeigen die Bearbeitung des Themas in einem weiteren Material und treten so mit den Glasskulpturen in einen überraschenden Dialog. Die poetischen und manchmal auch melancholischen Fotografien von Backhaus strahlen auf eine ganz eigene Weise Spannung und Ruhe aus.
Jessica Backhaus, gerade nach Berlin gezogen, lebte und arbeitete lange Zeit in Paris und New York. Die deutsche Künstlerin beschäftigt sich in ihren Werken mit Vergänglichkeit, aber auch mit den Träumen und Hoffnungen der Menschen. Die Werke von Backhaus erinnern häufig an Stillleben. Zufällig vorgefundene, alltägliche Dinge erzählen ihre Geschichte, ohne inszeniert zu wirken. Ausstellungen mit ihren Arbeiten waren unter anderem in der National Portrait Gallery in London und im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Die Künstlerin hat zahlreiche Fotobücher veröffentlicht. In der Ausstellung werden Fotos aus den Serien What Still Remains und One Day in November gezeigt.
Die Alexander Tutsek-Stiftung:
Zeitgenössisches Glas auf höchstem Niveau
Die Alexander Tutsek-Stiftung fördert Kunst und Wissenschaft. Sie wurde im Dezember 2000 von Alexander Tutsek und Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek als gemeinnützige Stiftung mit folgenden zwei Schwerpunkten gegründet:
Glas und Fotografie im Blick der Kunst: Das Material Glas hat sich in der Kunst in den vergangenen Jahrzehnten zu einem interessanten Bereich entwickelt. Es werden subtile, abstrakte Themen aufgegriffen, die mit anderen Materialien so nicht auszudrücken sind.
Freie Skulpturen mit vieldeutigen Aussagen sind an die Stelle gebundener Formen wie Vasen oder Schalen getreten. Ein Ziel der Stiftung ist es, einen größeren Kennerkreis für spezielle Ausdrucksformen in der Kunst – wie das Glas der Gegenwart und seit 2008 die moderne Fotografie – zu erschließen.
Zweiter Schwerpunkt sind die Ingenieurwissenschaften im Fokus der Forschung. Das Interesse der Stiftung gilt in diesem Arbeitsbereich der wissenschaftlichen Förderung spezieller Teildisziplinen in den Ingenieurwissenschaften sowie besonderen interdisziplinären Projekten.
Wichtige Arbeitsfelder der Stiftung sind die Förderung von Künstlern sowie der Aufbau einer hochrangigen Sammlung von Glas der Gegenwart und zeitgenössischer Fotografie. Die Sammlung erfasst ein möglichst breites Spektrum der gegenwärtig herrschenden Richtungen, repräsentiert durch Werke international anerkannter Künstlerinnen und Künstler sowie junger Talente.
München, Februar 2010
Informationen
Frozen-in Tension
29. April 2010 bis 27. Januar 2011
Dienstag und Mittwoch 10 - 13.30 Uhr
Donnerstag 10 - 17 Uhr
Alexander Tutsek-Stiftung
Karl-Theodor-Straße 27
80803 München
Kontakt:
Telefon +49-89-343856
Telefax +49-89-342876
info@atutsek-stiftung.de
www.atutsek-stiftung.de
Pressekontakt
Horst Koppelstätter
Koppelstätter Kommunikation GmbH
Friedrichstr. 2, 76530 Baden-Baden
Tel. 07221/97372-11
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