Ausstellung: Glas neu erleben [2]
Zeitgenössisches Studioglas Contemporary Studio Glass
Fokus: Australien, Großbritannien, USA
Die zweite Ausstellung der Alexander Tutsek-Stiftung
Künstlerinnen und Künstler, die das Material Glas verwenden, einem größeren Kreis von Kunstinteressierten bekannt zu machen, ist eines der Ziele der vor einigen Jahren neu gegründeten Alexander Tutsek-Stiftung. Hierzu werden regelmäßig Ausstellungen mit verschiedenen Themen zum zeitgenössischen Studioglas als Kunstform veranstaltet. Im ersten Teil der Ausstellung "Glas neu erleben" wurden schwerpunktmäßig tschechische und osteuropäische Künstlerinnen und Künstlern vorgestellt. In dem am 10. Juni 2005 beginnenden zweiten Teil werden Objekte aus dem angloamerikanischen Raum und Australien gezeigt.
International bekannte Künstler der Studioglas-Szene mit dem Fokus Australien, Großbritannien und USA
Als einer der bekannten Künstler aus den USA wird Dale Chihuly mit einer seiner nicht so häufig ausgestellten Arbeiten gezeigt, einem "Jerusalem Cylinder". Mark Bokesch-Parsons, ein in Illinois lebender Engländer, ist mit einem seiner eindrucksvollen Köpfe, der innere Geheimnisse und Träume widerspiegelt, vertreten. Die von Janusz Walentynowicz gestalteten morbiden Frauenskulpturen zeigen eine ganz eigene Art der zeitgenössischen Skulptur. Weitere in Amerika arbeitende Künstlerinnen und Künstler, die in Europa eher selten repräsentiert sind, wie z. B. José Chardiet, Steven Weinberg, Leah Camille Wingfield und Paul Seide mit seinen Lichtobjekten, werden in dieser Ausstellung zu sehen sein..
Aus Australien kommen u. a. die eher zarten Arbeiten von Kristie Rea und Jessica Loughlin, die von der australischen Landschaft inspiriert sind. Scott Chaseling erzählt auf seinen technisch innovativen Gefäßen metaphorische Szenen des täglichen Lebens.
Weitere international bekannte Künstler wie Tessa Clegg, Clifford Rainey und David Reekie repräsentieren Großbritannien. Vorgestellt wird erstmals die von der Stiftung neu erworbene eindrucksvolle großformatige Licht-Glas-Installation "Streetwise" von Alison Kinnaird (Schottland). In einer nächtlichen Straßenszene werden abstrakte und figurative Elemente vereint, deren poetische wie auch bedrohliche Stimmungen durch die spezielle optische Fiberglasbeleuchtung lebendig werden.
Der Katalog
Ein Katalog ist für die Ausstellungen GLAS neu erleben [1] und [2] erschienen.
Eva-Maria Fahrner-Tutsek
Katalog eins
Glas der Gegenwart Contemporary Gass
ISBN 3-937220-00-3, deutsch/englische Ausgabe
mit Texten von Eva-Maria Fahrner-Tutsek, Florian Hufnagl, Helmut Ricke
Fotografien von Hans-Joachim Becker
2004, Edition EMF herausgegeben von der Alexander Tutsek-Stiftung
126 Seiten, 96 Farbabbildungen, broschiert, 24,5 x 24,5 cm
Euro 24,-
Pressefotos auf CD sowie den Katalog schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Die Pressemitteilung sowie Pressefotos finden Sie auch auf unserer Website zum herunterladen.
Pressekontakt:
Horst Koppelstätter
Koppelstätter Kommunikation GmbH
Friedrichstraße 2
76530 Baden-Baden
Telefon +49-7221-97372-0
Telefax +49-7221-97372-22
E-Mail: hok@koppelstaetter-kommunikation.de
HINTERGRUNDINFORMATION:
Was ist Studioglas?
Studioglas ist eine junge Kunstrichtung, die in den sechziger Jahren begann, als der kleine Schmelzofen für das eigene "Studio" erfunden wurde. Unabhängig von den großen Öfen der Glasfabriken und industriell bestimmter Produktionsweisen hatten die Künstler nun die technische Möglichkeit, in ihrem eigenen Studio, Glas funktions- und zweckfrei (also keine Vasen, Gläser u.ä.) eigenständig zu Kunstwerken zu formen. Bis dahin konnten sie Glasobjekte nur entwerfen (wie es z. B. Picasso tat) und mussten die Ausfertigung einem Glasmeister überlassen. Die Erschließung des Glases als unmittelbar zu beherrschendes Material führte rasch weg vom konventionell erscheinenden Gefäß zu immer freieren Formen und individuellerem Ausdruck. Damit nahm das Material Glas seinen Weg als eine eigenständige künstlerische Ausdrucksform.
Glas - ein besonderes Material
Im Vergleich zu anderen Materialien wie Keramik, Metall, Stein, Kunststoff oder den virtuellen Bildern, die in der modernen Kunst immer häufiger dominieren, hat das Glas eine besondere Eigenschaft, eine zusätzliche Dimension: die optische Tiefe. Diese beruht auf der Wahrnehmung selbst. Sie ist kein Resultat einer sensorischen Erinnerung oder einer mentalen Leistung. Mit dem Wechsel von klarem, undurchsichtigem, durchscheinendem, farbigem, geschliffenem und ungeschliffenem Glas haben die Künstlerinnen und Künstler unendliche Möglichkeiten, verschiedene Wahrnehmungen und Ansichten zu erzielen.
Studioglas lebt von der optischen Mehrdimensionalität und Vielschichtigkeit der Ebenen, aber auch von den vielfältigen Formen und Oberflächenstrukturen. Die visuelle Wahrnehmung wird erweitert durch das haptische Erleben: je nach Bearbeitung fühlt sich Glas völlig glatt und kühl an, es kann rau sein oder weich wie Samt. Und dann kommt noch die Beziehung zum Licht hinzu. Das Spiel des Lichts mit Farbe, Oberflächen- und Detailstruktur sowie tiefer räumlicher Dimension fordert zu visueller, emotionaler und physischer Entdeckung auf.
Studioglas - eine neue und interessante Kunstrichtung
Die Exponate verdeutlichen, dass Studioglas "heute nicht nur ein sehr eigenständiger und besonders reizvoller Zweig der großen internationalen Kunstströmungen ist" (Ricke), sondern unsere Sehgewohnheiten auch durch neue, überraschende, ästhetische Kategorien bereichert und erweitert.
HINTERGRUNDINFORMATION:
Die Alexander Tutsek-Stiftung
Die Alexander Tutsek-Stiftung wurde im Dezember 2000 in München gegründet. Der Hintergrund: Als Alexander Tutsek und seine Frau Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek – beide schon immer begeistert vom Material Glas – mit dem Aufbau ihrer privaten Sammlung von Studioglas begannen, wurde ihnen schnell deutlich, dass dieser Werkstoff in Deutschland seinen Platz in der Kunst noch nicht gefunden hat. Studioglas – eine junge Kunstform - ist hier, ganz im Gegensatz zur Kunstszene in Amerika und manchen Ländern Europas, relativ unbekannt. Künstlerinnen und Künstler, die mit Glas arbeiten, finden kaum Förderung. Eine gute Ausbildung gibt es nur an vereinzelten Institutionen, und die wurde, wie z.B. an der Kunstakademie in München, in den letzten Jahren eher abgebaut. In Amerika dagegen zeigen immer mehr Museen für moderne Kunst Studioglas. Dort wurden in den letzten Jahren eigens neue Museen für zeitgenössische Glaskunst errichtet.
Zu dem Ziel, die zeitgenössische Glaskunst zu unterstützen, kam aufgrund eigener beruflicher Erfahrung der Wunsch, naturwissenschaftliche Forschung zu fördern, speziell in den Bereichen Glas, Keramik, Steine und Erden. Diese Fachgebiete der Ingenieurwissenschaften sind - obwohl wichtig - ebenso wie das Studioglas ein "Randgebiet" und werden an den Universitäten immer mehr vernachlässigt.
Die Sammlung
Ein wichtiges Arbeitsfeld der Stiftung ist zurzeit der Aufbau einer hochrangigen Studioglas-Sammlung. Sie erfasst ein möglichst breites Spektrum der gegenwärtig herrschenden Richtungen im Studioglas, repräsentiert durch Werke international anerkannter Künstlerinnen und Künstler. Studioglas aus Deutschland erfährt dabei einen besonderen Akzent. Eine Aufgabe ist, neben den "arrivierten" Künstlerinnen und Künstlern auch junge, noch weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler durch Ankäufe zu fördern und bekannt zu machen.
Ausstellungen
In Deutschland haben die Künstlerinnen und Künstler kaum ein Forum und das Publikum nur wenige Möglichkeiten, diese Form der Kunst kennen zu lernen. Mit regelmäßigen Ausstellungen soll ein größerer Kennerkreis für Studioglas erschlossen werden. Erst wenn einem breiteren Publikum die Glaskunst bekannt ist und ein entsprechender Markt wie z. B. in den USA entsteht, kann auch die deutsche Glaskunst aus der lokalen Dimension herauswachsen und Studioglas als Kunstform in Europa wirklich aufblühen.
Infomrationen zur Ausstellung:
Adresse:
Alexander Tutsek-Stiftung
Karl-Theodor-Straße 27
80803 München
Kontakt:
Telefon +49-89-343856
Telefax +49-89-342876
info@atutsek-stiftung.de
www.atutsek-stiftung.de
Pressevorbesichtigung:
nach Vereinbarung
Eröffnung:
9. Juni 2005, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer:
10. Juni bis 30. November 2005
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00 – 13.30 Uhr nach Vereinbarung
Öffentl. Verkehrsmittel:
U-Bahn Münchner Freiheit oder Bonner Platz


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