AB 12. Oktober 2007
Und ewig sehnt sich fort das Herz
Themenausstellung mit Skulpturen von Ch. Budig, J. Gussek, U. Huth und S. Peretti

Suche und Sehnsucht stehen thematisch im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung in München. Unter dem Titel Und ewig sehnt sich fort das Herz werden mehr als 30 Skulpturen aus Glas gezeigt. Diese wurden von den aus Deutschland stammenden international bekannten Künstlerinnen und Künstlern Christiane Budig, Jens Gussek, Ursula Huth und Sibylle Peretti speziell zu dieser Themenausstellung gefertigt.

Die Suche ist für den Menschen eine der Triebfedern für die geistige, intellektuelle und technische Entwicklung der Menschheit. Die Suche nach dem Entfernten, dem Anderen, nach Befreiung, Wahrheit, neuen oder starken Gefühlen, transzendenten Momenten sowie nach Glück sind die wesentlichen Motive, die das Leben, die Lebensreise bestimmen.

SUCHE UND SEHNSUCHT
Der Ausstellungstitel nach dem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe aus dem West-Östlichen Diwan »Und immer sehnt sich fort das Herz«, drückt die ständige Suche des Menschen sehr poetisch aus. Glas, ein Material, das in der modernen Kunst noch wenig bekannt ist, fängt die Thematik in ganz besonderer Weise ein. Eva-Maria Fahrner-Tutsek: »Obwohl Glas für uns etwas Alltägliches ist – unsere heutige Lebensform ist ohne Glas kaum vorstellbar – hatte Glas über die Jahrtausende hinweg immer etwas Magisches. Glas hat etwas Sinnliches. Je nach Bearbeitung fühlt sich Glas völlig glatt und kühl an, es kann rau und verletzend sein oder weich wie Samt.

Im Vergleich zu anderen Materialien wie Keramik, Metall, Stein, Kunststoff oder den virtuellen Bildern, die in der modernen Kunst immer häufiger dominieren, hat das Glas eine besondere Eigenschaft, eine zusätzliche Dimension, die optische Tiefe. Mit dem Wechsel von klarem, undurchsichtigem, durchscheinendem, farbigem, geschliffenem und ungeschliffenem Glas haben die Künstlerinnen und Künstler unendliche Möglichkeiten, verschiedene Wahrnehmungen und Ansichten zu erzielen.«

NEUE WEGE
Der Titel der Ausstellung zeigt den weiten Weg, den die Kunst mit Glas in den vergangenen Jahrzehnten, seit dem Verlassen der gebundenen Formen wie Vasen oder Schalen gegangen ist. Themen dieser Art wären vor einiger Zeit noch unvorstellbar gewesen. Die heutigen Tendenzen zeigen, dass Glas nicht nur als Medium von den Künstlern akzeptiert wurde, sondern sich zu einem eigenständigen Darstellungsbereich entwickelt hat. Die Objekte haben heute vieldeutige Aussagen. Subtile, abstrakte, transzendente, mythologische Gedanken und Inhalte sind wichtig. Die einzelnen Objekte der Ausstellung rufen innere Geschichten hervor und zeigen, dass die Künstlerinnen und Künstler in neue inhaltliche und emotionale Bereiche vorstoßen.

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