22. Januar 2019
Stiftung ermöglicht spektakulären Ankauf
Fotoserie für die Pinakothek der Moderne

Durch die großzügige Förderung der Alexander Tutsek-Stiftung kann die Pinakothek der Moderne ein bedeutendes Werk für ihre Fotosammlung erwerben. Der spektakuläre Ankauf der berühmten Serie The Brown Sisters des Fotografen Nicholas Nixon bereichert die Sammlung der Pinakothek der Moderne um eine ikonische Arbeit. Die aus 44 Fotografien bestehende Serie stand schon lange auf der Wunschliste von Dr. Inka Graeve Ingelmann, der Leiterin der Sammlung Fotografie und Neue Medien. Um den Kauf zu ermöglichen, übernimmt die Alexander Tutsek-Stiftung die gesamten Kosten des Ankaufs.

„Uns ist bewusst, dass öffentliche Museen ohne private Unterstützung kaum noch in der Lage sind, signifikante Werke für ihre Sammlung anzukaufen. Herausragende Arbeiten sind aber für den Ausbau einer international beachteten Sammlung, die Reputation des jeweiligen Hauses, sowie für die Stadt München und den Freistaat Bayern unerlässlich. Sie dienen als kulturelle Botschafter“, sagt die Vorstandsvorsitzende Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek.

So ist es einer der Zwecke der Stiftung, sich neben ihrer eigenen Sammlungstätigkeit und den jährlichen Ausstellungen für öffentliche Sammlungen zu engagieren. Dabei entspricht es ihrem Selbstverständnis, dass die jeweilige Institution das Werk selbst auswählt und mit den Geldern der Stiftung ankauft (es wird also nicht als Dauerleihgabe angeboten, sondern geht in den Besitz der öffentlichen Sammlung über). Einzige Bedingung bei dem Ankauf der Serie The Brown Sisters ist die Präsentation des Werkes im Museum innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Die Alexander Tutsek-Stiftung hat die Fotografie an der Pinakothek der Moderne bereits mehrfach gefördert. Sie finanziert die dreiteilige Ausstellungsreihe mit dem Titel Fotografie heute – Künstlerische Fotografie im digitalen Zeitalter, die 2016 begonnen wurde und bis 2020 laufen wird. Weiterhin wurde die Sammlung Fotografie und Neue Medien durch den komplett von der Stiftung finanzierten Ankauf zweier zentraler Fotoarbeiten der amerikanischen Künstlerin Zoe Leonard gefördert.

Nicholas Nixon zählt zu den wichtigsten amerikanischen Fotografen seiner Generation. Sein Werk The Brown Sisters gehört mittlerweile zu den Ikonen der Geschichte der Fotografie. Seit 1975 macht der Fotograf jährlich ein Porträt seiner Frau und ihrer drei Schwestern. Über einen Zeitraum von fast 45 Jahren ist so ein singuläres Werk entstanden, das gleichermaßen die Wesenhaftigkeit der Fotografie zum Ausdruck bringt, als auch über die Vergänglichkeit und das Zeitgeschehen Zeugnis ablegt. In seinem sachlich dokumentarischen Stil gelingt es Nixon, die sich immer wieder wandelnde Beziehung der Schwestern zueinander aufzuzeigen. Gleichzeit porträtiert er die sich wandelnde Gesellschaft. Der Serie wurde 2014 im Museum of Modern Art, New York eine Einzelausstellung gewidmet. Die Pinakothek der Moderne zeigte die Serie 2015, das C/O Berlin 2018.

Vorschaubild (Detail): Nicholas Nixon, The Brown Sisters, New Canaan, Connecticut, 1984, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 20,3 x 25,4 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München © Nicholas Nixon